Nach der Behandlung
Druckgefühl oder Aufbissempfindlichkeit sind für einige Tage möglich. Essen Sie erst wieder, wenn die örtliche Betäubung vollständig abgeklungen ist.
Endodontie · Berlin-Mitte
Vergrößerung und Licht in Blickrichtung helfen, feine Kanalstrukturen zu erkennen und gezielt zu behandeln. Das verbessert die Arbeitsbedingungen, ist aber keine Erfolgsgarantie.
Mikroskop
Im Inneren des Zahns liegt die Pulpa, ein Gewebe aus Nerven und Blutgefäßen. Ist sie irreversibel entzündet oder abgestorben, werden das Gewebe und Bakterien aus dem verzweigten Kanalsystem entfernt. Danach werden die Kanäle desinfiziert, gefüllt und der Zahn dicht verschlossen.
Ein Dentalmikroskop verbindet Vergrößerung mit koaxialem Licht. Das Licht fällt in Blickrichtung tief in den Zahn. Das hilft beim Auffinden zusätzlicher Kanäle, bei engen oder verkalkten Zugängen und bei der Beurteilung bereits behandelter Zähne.
Der erste obere große Backenzahn hat häufig einen zweiten Kanal in der mesiobukkalen Wurzel, kurz MB2. In einer internationalen Studie mit 5.250 ersten Oberkiefermolaren wurde er in 73,8 Prozent der untersuchten Zähne gefunden.
Die Zahl zeigt, warum die Suche nach zusätzlicher Anatomie relevant ist. Sie sagt nicht voraus, wie viele Kanäle Ihr Zahn hat. Das klären wir am individuellen Befund.
Mehr Sicht löst nicht jedes Problem. Tiefe Risse, nicht zugängliche Anatomie oder eine zu geringe Restzahnsubstanz können die Erhaltungsfähigkeit trotz Mikroskop begrenzen.
Orientierung
Ob eine erste Wurzelkanalbehandlung, ein weiterer Erhaltungsversuch oder eine andere Versorgung sinnvoll ist, entscheidet die Prognose des Zahns. Diese drei Fragen zeigen, was wir zuerst untersuchen und besprechen.
Wie wurde der Zahn bisher behandelt?
Was wurde zur Prognose gesagt?
Was möchten Sie im Gespräch klären?
Wenn der Zahn restaurierbar erscheint und noch nicht wurzelbehandelt wurde, sprechen wir über die Primärbehandlung unter Mikroskop. Zahnerhalt braucht ein behandelbares Kanalsystem und tragfähige Restzahnsubstanz. Untersuchung und Röntgenbild klären die Ausgangslage.
Zur Planung gehören auch der dichte Verschluss und die spätere stabile Versorgung des Zahns.
Bei einem bereits behandelten Zahn kann eine Revision unter Mikroskop vorhandenes Füllmaterial und bisher nicht erreichte Strukturen zugänglich machen. Revision und Wurzelspitzenresektion beantworten unterschiedliche Befundfragen. Welche davon vertretbar ist, hängt von Anatomie, Ursache und Restaurierbarkeit ab.
Vor der Entscheidung prüfen wir vorhandene Aufnahmen, Wurzelfüllung, Restzahnsubstanz und die bisherige Versorgung.
Bei möglichem Riss, wenig Restzahnsubstanz oder unklarer parodontaler Prognose steht noch keine Behandlung fest. Der Befund entscheidet, ob ein Erhaltungsversuch verantwortbar ist. Erst danach vergleichen wir Wurzelbehandlung, Entfernung und mögliche Ersatzversorgung.
Wenn ein Ersatz infrage kommt, gehören Knochen, Nachbarzähne, Zahnersatz und Nachsorge in dieselbe Abwägung.
Diese Fragen ersetzen keine Untersuchung, keine Diagnose und keine Beratung. Sie ordnen nur ein, welcher Behandlungsweg geprüft werden sollte. Was für Ihren Zahn infrage kommt, ergibt sich aus Befund und Prognose.
Ablauf
Die Schritte folgen einer festen fachlichen Logik. Wie viel in einer Sitzung möglich ist, hängt vom Zahn, der Infektion und der vorhandenen Versorgung ab.
Mit Untersuchung, Sensibilitätstests und digitalem Röntgen klären wir, ob die Pulpa irreversibel entzündet oder abgestorben ist und ob der Zahn erhaltungsfähig ist. Sie erfahren vor Beginn, welche Alternativen bestehen.
Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung. Ein Kofferdam, ein elastisches Spanngummi um den Zahn, hält Speichel und Bakterien fern. Er schützt zugleich vor Spülflüssigkeiten und kleinen Instrumenten und gehört bei F80 zum Standard.
Unter Vergrößerung und koaxialem Licht wird der Zugang zum Kanalsystem angelegt. Kanaleingänge, vorhandene Füllmaterialien, Verkalkungen und Besonderheiten der Anatomie werden unter Sicht beurteilt.
Die Arbeitslänge jedes Kanals wird elektronisch gemessen. So lässt sich festlegen, bis wohin gereinigt und gefüllt werden soll. Wenn medizinisch nötig, ergänzt eine Röntgenkontrolle die Messung.
Flexible Nickel-Titan-Instrumente formen die Kanäle maschinell. Ziel ist ein kontrollierter Raum für Desinfektion und Füllung, ohne mehr Zahnsubstanz als nötig zu entfernen.
Desinfizierende Spüllösungen erreichen Bereiche, die ein Instrument nicht berührt. Das Protokoll richtet sich nach Anatomie und Infektionslage. Bei ausgewählten Befunden kann eine Laseranwendung die Desinfektion ergänzen; sie ersetzt die mechanische Reinigung nicht.
Obturation nennt man das Füllen der gereinigten Kanäle. Sie werden mit Guttapercha und einem Dichtmaterial verschlossen. Danach folgt ein dichter koronaler Verschluss, also der Abschluss des Zahns oberhalb der Wurzeln. Das Ergebnis wird kontrolliert.
Je nach Defekt erhält der Zahn eine stabile Füllung, ein Inlay, eine Teilkrone oder eine Krone. Diese endgültige Versorgung gehört zur Prognose: Ein stark geschwächter wurzelbehandelter Zahn ist bruchgefährdeter. In den Kontrollen prüfen wir die Heilung.
Sitzungen
Eine pauschale Zahl wäre nicht seriös. Ein gut zugänglicher, kontrollierbarer Befund kann in einer Sitzung behandelt werden. Bei ausgeprägter Infektion, austretender Flüssigkeit, komplexer Anatomie oder einer Revision kann eine medikamentöse Einlage und ein weiterer Termin sinnvoll sein.
Druckgefühl oder Aufbissempfindlichkeit sind für einige Tage möglich. Essen Sie erst wieder, wenn die örtliche Betäubung vollständig abgeklungen ist.
Zunehmende oder starke Beschwerden, Schwellung, Fieber oder ein verlorener provisorischer Verschluss sollten zeitnah abgeklärt werden.
Sie gehören nicht routinemäßig zu einer Wurzelkanalbehandlung. Eine klare Indikation besteht etwa bei Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl oder einer sich ausbreitenden Infektion.
Antibiotika ersetzen weder das Öffnen und Reinigen des Kanalsystems noch eine notwendige Drainage. Medikamente und Schmerzmittel werden nach Ihrer Anamnese individuell besprochen.
Prognose
Eine systematische Übersichtsarbeit ermittelte für nichtchirurgische Primärbehandlungen Erfolgsraten von 82,0 Prozent nach strengen und 92,6 Prozent nach weniger strengen Erfolgskriterien.
Systematische Übersichtsarbeit zu primären Wurzelkanalbehandlungen – PubMed 35334111. Das sind Gruppenwerte aus Studien, keine Erfolgsquote von F80 und keine Zusage für einen einzelnen Zahn. Ausgangsbefund, Anatomie, Desinfektion, Dichtigkeit, Restzahnsubstanz und die definitive Versorgung beeinflussen die persönliche Prognose.
Ein erhaltungsfähiger eigener Zahn ist biologisch wertvoll. Eine Wurzelkanalbehandlung vermeidet die Entfernung, heilt aber nicht jeden Zahn. Eine nicht restaurierbare Fraktur, zu wenig tragfähige Restzahnsubstanz, eine nicht beherrschbare Infektion oder eine sehr schlechte parodontale Prognose können gegen den Erhalt sprechen.
Ein Implantat ersetzt einen verlorenen Zahn und erfordert einen chirurgischen Eingriff sowie eine eigene Knochen- und Weichgewebeplanung. Es ist nicht pauschal besser oder schlechter. Wir stellen Prognose, Behandlungsaufwand, Nachsorge und private Leistungen beider Wege gegenüber. Mehr zum Ersatz eines nicht erhaltungsfähigen Zahns finden Sie unter Zahnimplantate.
Für den Zahnerhalt sprechen ein behandelbares Kanalsystem, ausreichend tragfähige Restzahnsubstanz und eine vertretbare parodontale Prognose. Der vorhandene Zahn bleibt im Kiefer. Danach braucht er einen dichten Aufbau, je nach Defekt eine Teilkrone oder Krone und weitere Kontrollen.
Gegen den Erhalt können eine nicht restaurierbare Fraktur, unzugängliche Infektion oder zu wenig belastbare Zahnsubstanz sprechen.
Ein Implantat ersetzt die Wurzel des entfernten Zahns. Dafür werden Knochenangebot, Weichgewebe und Allgemeingesundheit beurteilt. Nach dem chirurgischen Eingriff folgen Einheilung, die Versorgung mit einer Krone und dauerhafte Implantatnachsorge.
Der Wechsel zum Implantat ist kein automatischer Qualitätsgewinn. Er ist eine eigene Behandlung mit eigenen Voraussetzungen und Risiken.
Kosten
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt eine Wurzelkanalbehandlung unter bestimmten Bedingungen. Der Zahn muss erhaltungsfähig und erhaltungswürdig sein. Die Kanäle müssen bis oder nahe an die Wurzelspitze aufbereitbar und füllbar sein.
Bei großen Backenzähnen gelten zusätzliche Kriterien. Die Behandlung soll beispielsweise eine geschlossene Zahnreihe erhalten, eine einseitige Freiendsituation vermeiden oder vorhandenen funktionstüchtigen Zahnersatz bewahren. Ob diese Bedingungen erfüllt sind, klären wir am Befund.
Mikroskopische Zusatzleistungen und weitere Verfahren sind häufig privat. Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie einen schriftlichen Plan, der Kassenleistung und private Bestandteile trennt.
Behandlung
Zahnärztin · Endodontologie
Ly Cao ist zertifizierte Endodontologin der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie, DGET. Sie studierte Zahnmedizin an der Universität Greifswald und absolvierte 2020 das Curriculum Endodontologie der DGET.
Sie behandelt auf Deutsch, Englisch und Vietnamesisch.
Fragen
Sie ist angezeigt, wenn das Gewebe im Zahninneren irreversibel entzündet oder abgestorben ist und der Zahn erhalten werden kann. Das Kanalsystem wird gereinigt, desinfiziert und dicht gefüllt.
Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung. Druck, Bewegung oder längeres Offenhalten können spürbar sein. Wenn Sie Schmerz wahrnehmen, sagen Sie sofort Bescheid; dann wird unterbrochen und die Betäubung geprüft.
Nein. Es verbessert Licht und Sicht auf zusätzliche Kanäle, Verkalkungen und komplexe Befunde. Die Prognose hängt außerdem von Infektion, Anatomie, Desinfektion, dichtem Verschluss, Restzahnsubstanz und endgültiger Versorgung ab.
Eine oder mehrere Sitzungen können fachgerecht sein. Entscheidend sind Zahn, Anzahl und Form der Kanäle, Infektionslage, Trockenlegung und eine mögliche Vorbehandlung. Eine feste Zahl lässt sich vor der Diagnose nicht zusagen.
Das Spanngummi hält Speichel und Bakterien vom geöffneten Zahn fern. Gleichzeitig schützt es Sie vor Spülflüssigkeiten und kleinen Instrumenten. Bei F80 gehört es zur Wurzelkanalbehandlung.
Druckgefühl und Aufbissempfindlichkeit können einige Tage auftreten. Bei starken oder zunehmenden Beschwerden, Schwellung, Fieber oder einem verlorenen Provisorium melden Sie sich bitte zeitnah.
Nicht routinemäßig. Antibiotika kommen bei klarer Indikation infrage, etwa bei Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl oder einer sich ausbreitenden Infektion. Die Ursache im Zahn muss trotzdem behandelt werden.
Nicht jeder Zahn braucht dieselbe Versorgung. Fehlt viel Zahnsubstanz, ist der Zahn bruchgefährdeter. Eine Teilkrone oder Krone kann ihn stabilisieren. Bei kleineren Defekten kann eine stabile Füllung oder ein Inlay ausreichen.
Die Kasse übernimmt die Wurzelkanalbehandlung, wenn ihre Richtlinien für den betroffenen Zahn erfüllt sind. Mikroskopische Zusatzleistungen sind häufig privat. Sie erhalten vor Beginn einen schriftlichen Plan.
Nicht pauschal. Ein erhaltungsfähiger Zahn kann nach Wurzelkanalbehandlung und stabiler Versorgung lange funktionieren. Ist er nicht restaurierbar oder seine Prognose sehr schlecht, kann ein Implantat sinnvoller sein. Wir vergleichen beide Wege am Befund.
In der Friedrichstraße 80 klären wir, ob der Zahn erhalten werden kann, wie komplex das Kanalsystem ist und welche Leistungen geplant sind. Sie entscheiden auf dieser Grundlage.
Oder rufen Sie an: 030 436665501