Nach der Zahnkorrektur · Berlin-Mitte

Retainer in der Friedrichstraße, Berlin-Mitte

Wenn die Zähne stehen, wo sie stehen sollen, beginnt der Teil, der darüber entscheidet, ob es so bleibt. Wir sichern jedes Ergebnis zweifach: mit einem geklebten Draht und mit einem herausnehmbaren Schienenset.

Geklebter Retainer: ein feiner geflochtener Golddraht an der Innenseite der Frontzähne, an jedem Zahn mit einem kleinen Kunststoffpunkt befestigt, auf schwarzem Grund
Der geklebte Draht liegt an der Innenseite und ist von vorn nicht zu sehen. Er verbindet die Frontzähne miteinander, ohne sie zu bewegen.
Praxis
Friedrichstraße 80
10117 Berlin-Mitte
Geöffnet
7 Tage die Woche
Mo–Fr bis 20 Uhr
Auch ohne Vorbehandlung
Gelöste Retainer, Ersatz, Kontrolle

Warum

Der Zahn steht richtig, aber noch nicht fest

Am letzten Behandlungstag sieht alles fertig aus. Die Zähne stehen in der geplanten Position, das Ergebnis ist da. Was man nicht sieht: Der Knochen, der diese Zähne trägt, ist noch mitten in der Arbeit.

Ein Zahn sitzt nicht starr im Kiefer. Zwischen Wurzel und Knochen liegt ein schmaler Spalt aus straffen Fasern, der Zahnhalteapparat. Wird ein Zahn bewegt, baut der Körper auf der einen Seite Knochen ab, damit er weichen kann, und auf der anderen Seite neuen auf, damit er dort Halt findet. Der Abbau geht schnell. Der Aufbau braucht länger.

Genau in dieser Lücke steht der Zahn am Ende der Behandlung: an der richtigen Stelle, aber in einem Lager, das noch nicht fertig ist. Dazu kommen die Fasern des Zahnhalteapparats. Sie wurden gedehnt und ziehen sich zusammen, wie ein Gummiband, das man loslässt. Beides zusammen zieht den Zahn zurück in Richtung seiner alten Position, und zwar zuverlässig und ohne dass Sie etwas falsch gemacht haben.

Deshalb ist die Sicherung des Ergebnisses kein Zubehör und kein Zusatzverkauf. Sie ist der Teil der Behandlung, der darüber entscheidet, ob die vorherigen Monate Bestand haben.

Schemazeichnung: Zahn im Längsschnitt im Kieferknochen, links eine unregelmäßige Abbaukante, rechts unterbrochene Schichtlinien frisch gebildeten Knochens, dazwischen die gedehnten Fasern des Zahnhalteapparats
Links ist Knochen gewichen, rechts entsteht neuer, aber er ist noch nicht belastbar. In dieser Phase hält nichts den Zahn außer der Retention.

Phasen

Die aktive Phase endet, die Behandlung nicht

Wir sprechen mit unseren Patientinnen und Patienten von zwei Abschnitten, weil das die Erwartung von Anfang an richtig stellt.

  1. Schemazeichnung: Zahnbogen von oben, kleine Pfeile an den Frontzähnen zeigen die laufende Bewegung an

    Aktive Phase

    Was passiert
    Zähne werden bewegt, Schiene für Schiene oder mit fester Apparatur
    Was Sie merken
    Druck nach jedem Wechsel, sichtbare Veränderung
    Was sie beendet
    Die geplante Position ist erreicht
  2. Schemazeichnung: derselbe Zahnbogen ohne Pfeile, der Knochen um die Frontzähne ist schraffiert und festigt sich

    Passive Phase

    Was passiert
    Nichts wird mehr bewegt. Der Knochen festigt sich um die neue Position
    Was Sie merken
    Wenig bis nichts, und genau das ist die Schwierigkeit
    Was sie beendet
    Nichts. Ein Restrisiko bleibt und deshalb bleibt auch die Sicherung

Die passive Phase ist die unauffälligere von beiden. Sie verlangt nichts als Beständigkeit, und genau daran scheitert sie am häufigsten.

Diese Unterscheidung sagen wir vor der ersten Schiene, nicht nach der letzten. Wer weiß, dass die Behandlung zwei Abschnitte hat, empfindet den zweiten nicht als unangekündigte Zusatzforderung. Und deshalb steht die Retention bei uns von Anfang an im Kostenvoranschlag und nicht auf einer Rechnung am Schluss.

Verfahren

Geklebter Draht und herausnehmbares Set

Der festsitzende Retainer

Ein dünner Draht wird an der Innenseite der Frontzähne befestigt, im Ober- und im Unterkiefer jeweils von Eckzahn zu Eckzahn, im Fachjargon von drei nach drei. Er ist von außen nicht zu sehen und Sie können ihn nicht vergessen, denn er ist immer da. Das ist seine Stärke.

Wir arbeiten mit Draht aus Edelstahl oder aus Gold beziehungsweise Weißgold. Die Wahl richtet sich nach Verträglichkeit und Situation. Goldlegierungen sind eine Option, wenn eine Nickelempfindlichkeit bekannt ist oder vermutet wird.

Das herausnehmbare Set

Dazu kommt ein Satz transparenter Schienen, die Sie selbst einsetzen und herausnehmen. Wir verwenden Vivera-Retainer, ein Set aus jeweils drei Schienen für oben und drei für unten. Sie umfassen den ganzen Kiefer, nicht nur die Front, und halten damit auch die Seitenzähne dort, wo sie hingehören.

Weil mehrere identische Schienen im Set enthalten sind, gibt es Ersatz, wenn eine verloren geht oder beschädigt wird. Das ist praktischer, als es klingt: Eine einzelne verlorene Schiene ist der häufigste Grund, warum Menschen die Retention abbrechen.

Prinzip

Warum wir beides machen und nicht eines von beidem

Jedes der beiden Verfahren hat eine Schwäche, und es ist jeweils die, die das andere nicht hat.

Der geklebte Draht wirkt rund um die Uhr, aber nur dort, wo er klebt: an den Frontzähnen. Die Seitenzähne hält er nicht. Außerdem kann sich eine Klebestelle lösen, ohne dass Sie es bemerken, und dann hält er nicht mehr das, was er halten soll. Es ist sogar möglich, dass ein teilweise gelöster oder verformter Draht selbst Zähne verschiebt, langsam und unbemerkt. Genau deshalb gehört er kontrolliert und nicht vergessen.

Das herausnehmbare Set umfasst den ganzen Kiefer und sichert damit auch hinten. Dafür wirkt es nur, wenn Sie es tragen, und die Erfahrung ist eindeutig: Die Tragedisziplin lässt mit den Jahren nach, und zwar bei fast allen.

Zusammen decken beide ab, was das jeweils andere offen lässt. Der Draht überbrückt die Nächte, in denen die Schiene liegen bleibt. Die Schiene sichert die Bereiche, die der Draht nicht erreicht, und fängt es auf, wenn sich eine Klebestelle löst.

Schemazeichnung eines Zahnbogens von oben: eine einzelne Drahtlinie verläuft innen über die sechs Frontzähne, eine doppelte Konturlinie umschließt den gesamten Bogen einschließlich der Backenzähne
Ein Kiefer, beide Verfahren: Der Draht spannt innen von Eckzahn zu Eckzahn, die Schiene umschließt als doppelte Kontur jeden Zahn bis zum letzten Backenzahn.

Das ist eine Abwägung, keine Studienwahrheit. Warum wir sie trotzdem so treffen, steht weiter unten im Abschnitt zur Studienlage.

Ablauf

Was am Abschlusstermin passiert

  1. Attachments entfernen

    Die aufgeklebten Erhebungen, die während der Alignerbehandlung als Angriffspunkt gedient haben, kommen herunter. Die Zahnoberfläche wird geglättet und poliert, bis nichts mehr zu spüren ist.

  2. Ergebnis prüfen

    Wir sehen uns die Stellung im Zusammenbiss an, nicht nur von vorn. Wenn etwas nachzuarbeiten ist, ist das jetzt der Moment und nicht nach dem Kleben.

  3. Draht anpassen und kleben

    Der Draht wird an die Innenseite der Zähne angepasst und dort punktweise befestigt, oben und unten von Eckzahn zu Eckzahn. Der Bereich muss dabei trocken sein, sonst hält die Klebung nicht.

    Trockenlegung entscheidet über die Haltbarkeit der Klebestellen.
  4. Scan für das Schienenset

    Ein zweiter Scan nimmt die neue Situation auf, diesmal mit dem geklebten Draht. Nur so passen die Schienen später wirklich.

  5. Set anfertigen lassen

    Das Set wird gefertigt und geliefert. Sie holen es ab oder wir schicken es Ihnen zu, und wir setzen es einmal gemeinsam ein und prüfen den Sitz.

    Bis das Set da ist, gilt eine Zwischenlösung, die wir mit Ihnen besprechen.
  6. Kontrolle

    Wir sehen uns Klebestellen, Zahnfleisch und Sitz in Abständen an. Der Draht ist nichts, was man einmal setzt und dann vergisst.

Alltag

Was ein Retainer von Ihnen verlangt

Wenig, aber dieses Wenige über Jahre.

  • Unter dem Draht putzen, nicht nur davor. Der Draht liegt genau dort, wo sich Zahnstein besonders gern bildet. Zahnseide mit Einfädelhilfe oder eine Zwischenraumbürste kommt darunter. Ohne diese Pflege entzündet sich das Zahnfleisch an der Innenseite, und das merkt man spät.
  • Regelmäßig kontrollieren lassen. Eine gelöste Klebestelle sieht man selbst nicht. Bei der professionellen Zahnreinigung wird der Draht mit angesehen.
  • Die Schienen tragen, auch wenn nichts passiert. Dass sich nichts verändert, ist der Beweis, dass es wirkt, und nicht der Beweis, dass es überflüssig ist.
  • Schienen kalt reinigen. Weiche Bürste, kaltes oder lauwarmes Wasser, keine scheuernde Zahnpasta. Heißes Wasser verzieht das Material dauerhaft.
  • Nicht in die Serviette. Der häufigste Verlustweg herausnehmbarer Schienen führt über den Restaurantmüll. Es gibt eine Box, und die ist dafür da.
  • Bei Druck oder scharfen Kanten melden. Ein Draht, der plötzlich drückt oder mit der Zunge spürbar absteht, ist ein Fall für kurzfristig, nicht für den nächsten Routinetermin.

Ersatz

Ihr Retainer ist ab und die Behandlung war woanders

Das ist eine der häufigsten Situationen und einer der wenigen Fälle, in denen Menschen eine Zahnarztpraxis mit einem sehr konkreten Anliegen betreten: Der Draht hat sich an einer Stelle gelöst, oder er ist ganz abgegangen, und die alte Praxis ist in einer anderen Stadt oder existiert nicht mehr.

Sie brauchen dafür keine Vorgeschichte bei uns. Wir sehen uns an, was noch da ist, ob sich die Zähne bereits bewegt haben und ob der vorhandene Draht wieder befestigt werden kann oder ersetzt werden muss.

Wichtig ist vor allem eines: schnell. Solange die Zähne noch stehen, ist das Wiederbefestigen eine überschaubare Sache. Sind sie erst gewandert, passt der alte Draht nicht mehr, und dann steht die unangenehmere Frage im Raum, ob vor der Sicherung erst wieder korrigiert werden muss.

Dasselbe gilt für herausnehmbare Schienen, die nicht mehr passen oder verloren gegangen sind. Auch dafür ist ein neuer Scan der erste Schritt.

Wenn Ihr Retainer heute abgegangen ist, rufen Sie an, statt es sich für nächsten Monat vorzunehmen. Der Unterschied zwischen beidem kann eine neue Behandlung sein.

Studienlage

Was die Forschung zeigt und was sie nicht zeigt

Eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration wertete 47 kontrollierte Studien mit 4.377 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Retentionsverfahren aus. Das Ergebnis: „The evidence is low to very low certainty, so we cannot draw firm conclusions about any one approach to retention over another."

Cochrane Database of Systematic Reviews, Mai 2023, Martin und Kollegen – PubMed 37219527. Die Arbeit vergleicht verschiedene Retentionsverfahren miteinander. Sie stellt nicht infrage, dass retiniert werden muss, sondern kommt zu dem Schluss, dass die vorhandenen Studien zu schwach sind, um ein Verfahren als überlegen auszuweisen. Was daraus nicht folgt: dass die Wahl beliebig wäre.

Wir schreiben das hin, weil es die ehrliche Antwort auf eine Frage ist, die uns oft gestellt wird: Was ist besser, fest oder herausnehmbar? Die belastbare Antwort lautet, dass es dafür keine belastbare Antwort gibt.

Was daraus folgt, ist unsere Entscheidung und nicht ein Studienergebnis: Wenn die Datenlage kein Verfahren als das bessere ausweist, aber beide bekannte Schwachstellen haben, dann kombinieren wir sie, statt uns auf eine zu verlassen. Das kostet etwas mehr Aufwand und schließt beide Lücken.

Und noch etwas folgt daraus: Wenn Ihnen jemand eine Retentionsmethode als wissenschaftlich erwiesen überlegen verkauft, lohnt eine Nachfrage.

Kosten

Was den Betrag bestimmt

Die Retention ist eine eigenständige zahnärztliche Leistung und wird nach der Gebührenordnung für Zahnärzte nach Aufwand bemessen. Wenn die Retention Teil einer Behandlung bei uns ist, steht sie von Anfang an im Kostenvoranschlag und nicht als Nachforderung am Ende.

Diese Faktoren bewegen den Betrag

Umfang
Ein Kiefer oder beide. Wir sichern in aller Regel oben und unten.
Material des Drahtes
Edelstahl oder eine Goldlegierung. Die Wahl richtet sich nach Verträglichkeit und Situation, nicht nach Gewohnheit.
Aufwand beim Kleben
Anpassen, Trockenlegen und punktweises Befestigen sind der eigentliche Aufwand. Davon hängt ab, wie lange die Klebung hält.
Herausnehmbares Set
Scan, Fertigung und Eingliederung des Schienensatzes.
Vorarbeit
Wenn Zähne bereits gewandert sind, steht eine Korrektur vor der Sicherung. Das ist dann eine eigene Behandlung.
Kontrollen
Regelmäßige Nachsorge, meist im Rahmen der ohnehin anstehenden Termine.

Bei Erwachsenen sind kieferorthopädische Leistungen und damit auch die Retention in aller Regel keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse. Bei Jugendlichen, deren Behandlung über die Kasse lief, ist die Retention Teil des Behandlungsplans. Private Verträge leisten unterschiedlich. Was in Ihrem Fall gilt, klären wir vorher und nicht hinterher.

Fragen

Häufige Fragen zu Retainern

Wie lange muss ich einen Retainer tragen?

Nach heutigem Stand unbefristet, wenn das Ergebnis bleiben soll. Das ist keine Verkaufsaussage, sondern die Konsequenz daraus, dass Zähne sich lebenslang weiterbewegen, auch ohne vorherige Behandlung. Wie viel Sicherung nach vielen Jahren noch nötig ist, besprechen wir im Verlauf.

Sieht man den geklebten Draht?

Von außen nicht. Er liegt an der Innenseite der Zähne. Mit der Zunge werden Sie ihn in den ersten Tagen deutlich spüren, danach nehmen die meisten ihn nicht mehr wahr.

Stört der Draht beim Sprechen oder Essen?

Nach einer kurzen Eingewöhnung nicht. Was auffällt, ist die Zahnpflege: Zahnseide lässt sich nicht mehr einfach von oben einführen, dafür gibt es Einfädelhilfen und Zwischenraumbürsten.

Kann der Draht Schaden anrichten?

Wenn er unkontrolliert bleibt, ja. Eine gelöste Klebestelle kann dazu führen, dass sich einzelne Zähne unbemerkt verschieben, und an einem Draht, unter dem nicht geputzt wird, bildet sich Zahnstein. Beides ist der Grund für regelmäßige Kontrollen, nicht gegen den Draht.

Warum reicht die Schiene allein nicht?

Weil sie nur wirkt, während Sie sie tragen. Über Jahre gerechnet wird aus jeder vergessenen Nacht eine Lücke in der Sicherung. Der geklebte Draht arbeitet in diesen Nächten weiter.

Warum reicht der Draht allein nicht?

Weil er nur die Frontzähne verbindet. Die Seitenzähne hält er nicht, und wenn sich eine Klebestelle löst, merken Sie es unter Umständen monatelang nicht.

Meine Zähne haben sich schon wieder verschoben. Ist das zu spät?

Nein, aber es ändert die Aufgabe. Dann steht die Frage, ob zuerst korrigiert wird, bevor gesichert werden kann. Wie groß der Aufwand ist, hängt davon ab, wie weit die Zähne gewandert sind, und das lässt sich nur am Befund sagen.

Ich hatte meine Zahnspange bei einer anderen Praxis. Kann ich zu Ihnen kommen?

Ja. Für einen gelösten oder verlorenen Retainer brauchen Sie keine Vorgeschichte bei uns. Kommen Sie zeitnah, solange die Zähne noch stehen.

Bekomme ich Ersatz, wenn ich eine Schiene verliere?

Das Set enthält mehrere gleiche Schienen, ein Verlust ist also nicht sofort ein Problem. Sind alle aufgebraucht oder passt nichts mehr, ist ein neuer Scan der erste Schritt.

Ist ein Vivera-Retainer besser als eine einfache Klarsichtschiene?

Er ist aus einem anderen Kunststoff gefertigt und wird als Set geliefert. Ob das Material im Alltag länger hält, wird von den Herstellern beworben; unabhängige Vergleiche zwischen Retentionsverfahren sind, wie oben beschrieben, in ihrer Aussagekraft begrenzt. Wir nutzen das Set vor allem, weil Ersatzschienen enthalten sind.

Das Ergebnis halten, nicht hoffen

Ob Ihre Zahnkorrektur bei uns stattgefunden hat oder woanders: Vereinbaren Sie einen Termin in der Friedrichstraße 80. Wir sehen uns an, was vorhanden ist, und sagen Ihnen, wie sich der Zustand sichern lässt.

Oder rufen Sie an: 030 436665501