Womit Sie rechnen sollten
Abplatzungen an Rändern und Höckern, Risse im Material, ein Ablösen der Klebeverbindung, neue Karies am Rand der Restauration und vorübergehende Temperaturempfindlichkeit in den ersten Wochen.
Digitale Zahnmedizin · Berlin-Mitte
Inlay, Teilkrone oder Krone aus Keramik – gescannt statt abgeformt, konstruiert am Bildschirm, geschliffen in der Praxis. Wenn der Befund es zulässt, in einem einzigen Termin.
Methode
CEREC steht für computergestützte Keramikrestaurationen, die in der Praxis selbst hergestellt werden – ohne Umweg über ein externes Labor. Das Verfahren geht auf eine Entwicklung der Universität Zürich aus den Achtzigerjahren zurück und ist seitdem eines der am längsten dokumentierten digitalen Verfahren der Zahnmedizin.
Wichtig für die Einordnung: CEREC ist ein Herstellungsweg, keine Behandlung für sich. Ob Ihr Zahn ein Inlay, eine Teilkrone oder eine Krone braucht, entscheidet der Befund – nicht das Gerät. Die Technik verändert nur, wie und wo das Werkstück entsteht: aus einem optischen Scan statt aus einem Abdruck, aus einem Keramikblock in der Praxis statt aus einer Lieferung in zehn Tagen.
Damit ersetzt CEREC weder ein Implantat noch eine weitspannige Brücke. Es ist der schnelle Weg zu einer Restauration an einem Zahn – und genau dort spielt es seine Stärke aus.
Der spürbare Unterschied für Sie liegt weniger im Ergebnis als im Weg dorthin. Ein klassisch laborgefertigtes Inlay braucht zwei Termine – und zwischen ihnen passiert einiges, was beim Fertigen in der Praxis entfällt:
Eignung
Zwischen einer Füllung und einer Krone liegen mehrere Abstufungen. Welche davon infrage kommt, richtet sich danach, wie viel gesunde Zahnsubstanz nach dem Entfernen der Karies oder der alten Füllung übrig bleibt. Der Grundsatz ist einfach: so viel Zahn erhalten wie möglich, so viel ersetzen wie nötig.
Alle vier Formen lassen sich aus Keramik in der Praxis fertigen. Der Aufwand am Stuhl steigt mit dem Umfang.
Jede Stufe nach rechts kostet gesunde Zahnsubstanz, die nicht zurückkommt. Ein Inlay lässt die tragenden Höcker stehen, eine Krone nicht. Deshalb ist die Frage im Behandlungszimmer nie „Inlay oder Krone?“, sondern: Welche Form ist die kleinste, die dem Zahn noch genug Stabilität gibt?
Das entscheidet sich häufig erst, wenn die alte Füllung heraus ist und wir sehen, wie weit die Karies tatsächlich reicht. Wir sagen Ihnen das dann – und nicht erst auf der Rechnung.
Orientierung
Ob eine Versorgung in einer Sitzung abgeschlossen werden kann, hängt an drei Dingen: welcher Zahn betroffen ist, in welchem Zustand er ist und worauf es Ihnen ankommt. Diese drei Fragen zeigen, worüber wir im ersten Gespräch sprechen werden.
Um welchen Zahn geht es?
In welchem Zustand ist der Zahn?
Was ist Ihnen am wichtigsten?
Ein einzelner Seitenzahn mit einem klar umrissenen Defekt ist der typische Fall für eine in der Praxis gefertigte Keramikrestauration. Ob der Termin tatsächlich reicht, zeigt sich erst, wenn die alte Füllung entfernt ist – dann sehen wir, wie tief der Defekt reicht und ob der Rand trocken zu legen ist.
Wir planen den Termin so, dass die Fertigung hineinpasst, und sagen Ihnen vor Beginn, woran es scheitern könnte.
In der sichtbaren Front entscheidet die Lichtwirkung über das Ergebnis. Eine von Hand geschichtete Keramik kann Farbverläufe und Transparenz feiner abbilden als ein industriell gefertigter Block. Das kostet einen zweiten Termin.
Für Seitenzähne ist dieser Unterschied meist ohne Bedeutung, für Frontzähne kann er ausschlaggebend sein. Wir zeigen Ihnen beide Wege, bevor Sie sich festlegen – auch Veneers gehören in diese Abwägung.
Anhaltende Schmerzen, eine starke Reaktion auf Temperatur oder mehrere betroffene Zähne verändern die Planung grundlegend. Vor der Frage nach dem Material steht die Frage nach der Ursache. Manchmal ist eine Wurzelbehandlung der erste Schritt, manchmal reicht eine Füllung.
Erst wenn feststeht, was der Zahn braucht, ist die Frage nach einem oder zwei Terminen überhaupt sinnvoll.
Diese Fragen ersetzen keine Untersuchung, keine Diagnose und keine Beratung. Sie ordnen nur ein, welche Themen wir zuerst besprechen. Was für Ihren Zahn möglich und sinnvoll ist, ergibt sich aus dem Befund und dem Röntgenbild.
Ablauf
Wir sehen uns den Zahn an, prüfen ihn und beurteilen das Röntgenbild. Am Ende steht die Empfehlung, welche Form der Versorgung der Zahn braucht – und ob eine einfache Füllung reicht. Diese Antwort ist kein Rückschritt, sondern die substanzschonendere Lösung.
Unter örtlicher Betäubung entfernen wir Karies und altes Füllungsmaterial und formen die Fläche so, dass die Keramik später sicher sitzt und tragfähig verklebt werden kann.
Eine kleine Kamera fährt über den vorbereiteten Zahn, die Nachbarzähne und den Gegenkiefer. Aus vielen Einzelbildern entsteht ein dreidimensionales Modell. Keine Abformmasse, kein voller Löffel, kein Würgereiz.
Auf dem Modell wird die Restauration konstruiert: Kaufläche, Kontaktpunkte zu den Nachbarzähnen und der Kontakt zum Gegenkiefer. Was die Software vorschlägt, wird geprüft und angepasst – die Entscheidung trifft die Behandlerin.
Feine Diamantschleifer arbeiten die Form aus einem Keramikblock heraus, die Einheit steht wenige Meter entfernt. Je nach Material folgt noch ein Brennvorgang im Ofen, der die Keramik auf ihre endgültige Festigkeit und Farbe bringt.
Wir setzen die Restauration zunächst ohne Kleber ein und prüfen Passung, Rand und Kontaktpunkte. Farbe und Oberflächenglanz werden angepasst, bis das Stück zu den Nachbarzähnen passt.
Keramik hält nicht durch Klemmung, sondern durch die Klebeverbindung zum Zahn. Dafür muss das Arbeitsfeld absolut trocken sein – meist mit Kofferdam, einem dünnen Spanntuch, das den Zahn von Speichel und Zunge trennt.
Zum Schluss prüfen wir den Biss in Ruhe und in der Bewegung und polieren die Ränder. Bei einer späteren Kontrolle sehen wir uns Rand, Zahnfleisch und Biss noch einmal an.
Die Schleifeinheit arbeitet mit zwei Diamantwerkzeugen, die den Block von beiden Seiten bearbeiten. Was übrig bleibt, ist die konstruierte Form – gefertigt aus einem einzigen Stück Keramik, ohne Naht und ohne Schichtgrenze.
Ein Werkstück aus einem homogenen, industriell gepressten Block hat gegenüber der Handschichtung einen Vorteil: Es enthält keine eingeschlossenen Poren zwischen einzelnen Schichten.
Grenzen
„Zahnersatz in einer Sitzung“ ist ein Werbeversprechen, wenn es ohne Bedingung steht. Es gibt Situationen, in denen der Weg über zwei Termine oder über das Labor der bessere ist – und Situationen, in denen erst etwas anderes behandelt werden muss. Diese Fälle sagen wir Ihnen vor Behandlungsbeginn, nicht mittendrin.
Kein Verfahren ist für jeden Zahn das richtige. Wenn der Laborweg in Ihrem Fall die bessere Versorgung ergibt, empfehlen wir den Laborweg.
Kosten
Einen Pauschalpreis für „eine Keramikrestauration“ gibt es nicht: Die Gebührenordnung für Zahnärzte verlangt eine Bemessung nach Aufwand und Schwierigkeit des einzelnen Falls. Was Ihre Versorgung kostet, steht deshalb erst nach der Untersuchung fest – dann aber schriftlich und vollständig, bevor wir beginnen.
Für eine Krone zahlt die gesetzliche Krankenkasse einen befundbezogenen Festzuschuss. Er richtet sich nach dem Befund, nicht nach der gewählten Versorgung – der Zuschuss bleibt also gleich, wenn Sie sich für Keramik entscheiden. Ein vollständig geführtes Bonusheft erhöht ihn.
Bei Inlays, Onlays und Teilkronen ist die Sache anders: Die Regelversorgung der Kasse ist hier die Füllung. Wenn Sie stattdessen eine Keramikrestauration wählen, geschieht das über eine Mehrkostenvereinbarung – die Kasse beteiligt sich in Höhe der Füllung, den Rest tragen Sie.
Privatversicherte und Zusatztarife leisten je nach Vertrag. Reichen Sie unseren Heil- und Kostenplan vor Behandlungsbeginn zur Prüfung ein.
Ein verbreitetes Missverständnis: Fertigung in der Praxis heißt nicht automatisch günstiger. Die Laborrechnung entfällt, dafür trägt die Praxis Gerät, Software und Material – und der Aufwand am Behandlungsstuhl steigt. Der Vorteil liegt im Zeitablauf, nicht zwangsläufig im Betrag.
Haltbarkeit
In einer Metaanalyse über 14 Studien lag die Überlebensrate keramischer Inlays, Onlays und Teilkronen nach fünf Jahren zwischen 92 und 95 Prozent – nach zehn Jahren bei 91 Prozent.
Systematischer Review und Metaanalyse, Journal of Dental Research 2016 – PMID 27287305 (5.811 Restaurationen in der Fünf-Jahres-Auswertung, 2.154 nach zehn Jahren). Die Analyse schließt laborgefertigte Restaurationen ein und ist kein Beleg speziell für die Fertigung in der Praxis. Ein Studienmittelwert ist außerdem keine Zusage für Ihren Zahn: Restsubstanz, Biss, Knirschen und die Qualität des Klebeverbunds beeinflussen das Ergebnis.
Abplatzungen an Rändern und Höckern, Risse im Material, ein Ablösen der Klebeverbindung, neue Karies am Rand der Restauration und vorübergehende Temperaturempfindlichkeit in den ersten Wochen.
Die Ränder sind die Schwachstelle: Dort entsteht neue Karies, wenn Beläge stehen bleiben. Zahnzwischenraumpflege und regelmäßige professionelle Zahnreinigung wirken direkt auf die Lebensdauer – ebenso eine Schiene bei nächtlichem Knirschen.
Fragen
Bei einem einzelnen Seitenzahn mit klarem Befund in aller Regel ja. Planen Sie dafür einen längeren Termin ein – Vorbereiten, Scannen, Konstruieren, Schleifen, Brennen und Einsetzen brauchen zusammen ihre Zeit. Kommt eine Wurzelbehandlung oder eine Zahnfleischbehandlung dazu, teilen wir bewusst auf.
Sie ist anders gefertigt. Der Block ist industriell gepresst und dadurch sehr gleichmäßig, ohne Poren zwischen Schichten. Was die Handschichtung im Labor besser kann, ist die feine Abstufung von Farbe und Transparenz – ein Vorteil, der in der sichtbaren Front zählt und im Seitenzahnbereich meist nicht.
Nein. Die Kamera berührt den Zahn nicht schmerzhaft und arbeitet mit Licht, nicht mit Druck. Für viele Menschen ist es der angenehmste Teil des Termins, weil die Abformmasse entfällt – besonders bei ausgeprägtem Würgereiz.
Wenn die Versorgung im selben Termin fertig wird: nein, dann brauchen Sie keines. Muss der Termin doch geteilt werden, versorgen wir den Zahn selbstverständlich provisorisch, bis die Keramik sitzt.
Studien zu chairside gefertigten Keramikrestaurationen zeigen über viele Jahre hohe Überlebensraten. Ein Studienmittelwert ist aber keine Zusage für Ihren Zahn: Wie lange Ihre Versorgung hält, hängt von Restsubstanz, Biss, Knirschen, Mundhygiene und der Qualität des Klebeverbunds ab.
Anders als bei einer klassischen Zementierung ist die Klebeverbindung sofort belastbar. Solange die Betäubung wirkt, sollten Sie trotzdem nichts essen – die Gefahr, sich auf Wange oder Zunge zu beißen, ist dann groß.
Dentalkeramik ist metallfrei und gilt als gut verträglich; sie leitet Temperatur zudem schlechter als Metall. Wenn bei Ihnen Allergien oder Unverträglichkeiten bekannt sind, sagen Sie uns das vor der Materialauswahl.
Bei einer Krone gibt es den befundbezogenen Festzuschuss, unabhängig davon, ob die Krone im Labor oder in der Praxis gefertigt wird. Bei Inlays und Teilkronen ist die Regelversorgung die Füllung – die Keramik läuft dann über eine Mehrkostenvereinbarung. Maßgeblich ist der Heil- und Kostenplan, den Sie vor Behandlungsbeginn erhalten.
Je nach Schaden ist eine Politur, eine Reparatur oder eine Neuanfertigung möglich – letztere geht auf demselben Weg oft wieder in einem Termin. Melden Sie sich zeitnah: Ein scharfkantiger Rand verletzt die Zunge und bietet Belägen Halt.
Vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch in der Friedrichstraße 80. Wir sehen uns den Zahn an, sagen Ihnen, welche Versorgung er braucht – und ob sie sich in einem Termin abschließen lässt.
Oder rufen Sie an: 030 436665501